LM 55+: Ein Drittel der Teilnehmer fährt zur DM!

Landesmeister und DM-Fahrer: Jennifer, Bernd und Oliver
Landesmeister und DM-Fahrer: Jennifer, Bernd und Oliver

Wie im Vorjahr nahmen sechs Triplettes an der wiederum in Chemnitz ausgetragenen Landesmeisterschaft teil. Die meisten der Gesichter waren zwar bekannt, in völlig identischer Besetzung traten jedoch nur die damaligen Gewinner, die Thüringer Ruth Skala, Frank Haase und Günter Berg an.

Gespielt wurde wie gehabt im Modus „Jeder gegen Jeden“, allerdings wurden – nachdem es im letzten Jahr hier eine Panne gegeben hatte und zunächst das falsche Team als Landesmeister geehrt wurde – die Teilnehmer diesmal von PV Ost-Sportwartin Sabine Friedel schon im Vornherein auf die Bedeutung der Sonneborn-Berger-Zahl für die Wertungsreihenfolge im Endklassement besonders hingewiesen und deren Anwendung anhand von Beispielen erklärt. Für Nichteingeweihte: Bei Gleichstand der Anzahl der Siege erhält jedes Team zusätzlich noch die Siegpunkte der Gegner, gegen die es gewonnen hat, um die Reihenfolge zu berechnen. Ergibt sich dann immer noch keine Entscheidung, kommt als nächstes Kriterium der direkte Vergleich zum Tragen.

Von derartiger Rechenakrobatik zunächst unbelastet, ergaben sich in den ersten beiden Runden interessante Spiele und die Konstellation eines „vorweggenommenen Endspiels“ in Runde 3. Die an 1 (Jennifer Baer/Oliver Baer/Bernd Kraft) und 3 (Martina Franke/Michael Balazs/Detlef Schwede) gesetzten Teams waren nämlich verlustfrei geblieben und trafen nun direkt aufeinander. Dabei hatte „Baerkraft“ zuvor in einer besonders in der Endphase dramatischen Begegnung die Thüringer Titelverteidiger mit 13:12 gerade so in die Knie zwingen können, während die Chemnitzer in für sie ungewöhnlichem Eiltempo ihre beiden ersten Gegner jeweils klar niedergewalzt hatten: 13:1 gegen die Dresden-Hallenser Raimund Ottow, Jörg Kriebel und Klaus-Jürgen Zimmermann sowie 13:2 gegen die um Vereinspräsidentin Edeltraud Lorenz gebildete Kombination aus dem Leipziger Land.

Dabei kam den Chemnitzern sicher auch die Kenntnis ihres Terrains zugute. Die Bahn 1, auf dem sie gespielt hatten, weist nämlich deutliche Unebenheiten auf, die auf deutschen Bouleflächen eher selten zu finden sind. Nicht einfacher war das Spielgelände auf Bahn 2, denn zum Gefälle kamen hier noch ungewöhnliche Bodenwellen hinzu, die sich schräg über die Spielfläche zogen und jeden Kugelabwurf zu einer verzwickten und manchmal unlösbaren Aufgabe werden ließen.

In diesem Szenario fand sich erstaunlicherweise das auswärtige Team besser zurecht. Es gelang ihm ein unangefochtener 13:5-Erfolg, der anschließend mit 13:8 gegen Raimund, Jörg und Klaus-Jürgen untermauert wurde. Anders als im Vorjahr stand der Sieger des Turniers nun also schon frühzeitig fest, und die anschließende 10:13-Niederlage der „Braunbären“ (siehe Foto!) gegen Team Traudel fiel für sie nicht mehr ins Gewicht, wohingegen die Bornaer dadurch, auch mit Hilfe der ominösen Sonneborn-Berger-Regel, noch aufs Treppchen steigen konnten.

Bis zum Schluss unklar waren nur noch die Namen der Zweitplatzierten. Das Team aus Kahla und Jena hatte sich dazu in eine günstige Ausgangslage gebracht, denn in Runde 4 profitierte es gegen oben erwähnte Chemnitzer nicht nur durch die Zulosung des fast vollständig ebenen Terrains 3, sondern auch durch die Änderung der Wetterlage: Mit dem nun einsetzenden Dauerregen kamen die Thüringer besser zurecht, da erstens ihr Tireur Günter sich durch die Nässe weniger beeindrucken ließ als sein Kontrahent Michael und sie die veränderten Kugellaufwege auf dem tiefer gewordenen Grund klarer erkennen konnten.

Nach dieser 7:13-Niederlage schienen die so eindrucksvoll gestarteten Chemnitzer wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Sie gewannen zwar ihre ausstehende Partie gegen die Vereinskameraden Maria und Dieter Neubert/Hubert Wege mit 13:7, rechneten sich aber bestenfalls noch Chancen auf den undankbaren, weil nicht zur DM-Fahrt berechtigenden, Platz 3 aus. Da kam ihnen unerwarteterweise jedoch das Team Raimund zu Hilfe, das bis dato wenig bis nichts gerissen hatte, und schlug plötzlich stark nachlassende Thüringer souverän mit 13:3! Somit darf sich auch Chemnitz auf eine Fahrt nach Tromm in den Odenwald freuen.

Alle Ergebnisse:

1. Runde:
Jennifer/Oliver/Bernd – Maria/Dieter/Hubert: 13:6
Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg – Martina/Michael/Detlef: 1:13
Ruth/Frank/Günter – Monika/Edeltraud/Steffen: 13:6

2.Runde:
Jennifer/Oliver/Bernd – Ruth/Frank/Günter: 13:12
Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg – Maria/Dieter/Hubert: 10:13
Martina/Michael/Detlef – Monika/Edeltraud/Steffen: 13:2

3.Runde:
Jennifer/Oliver/Bernd – Martina/Michael/Detlef: 13:5
Ruth/Frank/Günter – Maria/Dieter/Hubert: 5:13
Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg – Monika/Edeltraud/Steffen: 13:10

4.Runde:
Jennifer/Oliver/Bernd – Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg: 13:8
Martina/Michael/Detlef – Ruth/Frank/Günter: 7:13
Maria/Dieter/Hubert – Monika/Edeltraud/Steffen: 8:13

5.Runde:
Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg – Ruth/Frank/Günter: 13:3
Martina/Michael/Detlef – Maria/Dieter/Hubert: 13:7
Jennifer/Oliver/Bernd – Monika/Edeltraud/Steffen: 10:13

Endklassement:

1.Jennifer Baer/Oliver Baer/Bernd Kraft (LaBR Dresden/LaBR Dresden/Boule Devant Berlin) 4 Siege
2.Martina Franke/Michael Balazs/Detlef Schwede (alle Chemnitz) 3 Siege
3.Monika Kupsch/Edeltraud Lorenz/Steffen Gröll (alle BC Leipziger Land) 2 Siege / Sonneborn-Berger Zahl: 6
4.Ruth Skala/Frank Haase/Günter Berg (Bibra/Bibra/Jena) 2 Siege / Sonneborn-Berger Zahl: 5
5.Maria Neubert/Dieter Neubert/Hubert Wege (alle Chemnitz) 2 Siege / Sonneborn-Berger Zahl: 4 / Direktes Duell gegen Klaus-Jürgen/Raimund/Jörg gewonnen
6.Klaus-Jürgen Zimmermann/Raimund Ottow/Jörg Kriebel (Halle/Dresden/Dresden) 2 Siege / Sonneborn-Berger Zahl: 4 / Direktes Duell gegen Maria/Dieter/Hubert verloren

Die kursiv gekennzeichneten Teams fahren zur DM nach Tromm!

Freude nach dem entscheidenden Spielgewinn: Oliver, Jennifer und Bernd
Freude nach dem entscheidenden Spielgewinn: Oliver, Jennifer und Bernd
Platz 2: Michael, Martina und Detlef
Platz 2: Michael, Martina und Detlef
Platz 3: Traudel, Steffen und Monika
Platz 3: Traudel, Steffen und Monika
Brainteaser: Warum ist der Schwarzbär braun?
Brainteaser: Warum ist der Schwarzbär braun?
Perspektive noch unklar: Team Baerkraft
Perspektive noch unklar: Team Baerkraft
Der Gegner spilet noch mit...
Der Gegner spielt noch mit…
Oliver Baer
Oliver Baer
Bernd Kraft
Bernd Kraft
Jennifer Baer
Jennifer Baer
Frank Haase
Frank Haase
Günter Berg
Günter Berg
Ruth Skala, links Frank Haase
Ruth Skala, links Frank Haase
Da muss die Kugel hin: Hubert Wege und Dieter Neubert bei der Taktikbesprechung
Da muss die Kugel hin: Hubert Wege und Dieter Neubert bei der Taktikbesprechung
Maria Neubert
Maria Neubert
Klaus-Jürgen Zimmermann
Klaus-Jürgen Zimmermann
Jörg Kriebel (1)
Jörg Kriebel (1)
Jörg Kriebel (2)
Jörg Kriebel (2)
Raimund Ottow
Raimund Ottow
Den ganzen Tag Zuschauer: Antje und Stephan
Den ganzen Tag Zuschauer: Antje und Stephan

 

 

3 Kommentare zu “LM 55+: Ein Drittel der Teilnehmer fährt zur DM!

  1. Auch hier noch einmal der Dank des Verbands an die Chemnitzer: wunderbar organisiert, es gab gut zu essen, auch bis zuletzt. Auch die Stimmung war gut, das Wetter wechselhaft, also ideale Turnierbedingungen für eine Landesmeisterschaft.

  2. DM 55+: Team Jennifer und Oliver Baer hat Bernd, seinen Dritten, verloren. Nun suchen wir einen neuen Dritten, vorzugsweise Schießer oder Milieu, mit dem auch die Chemie stimmt, damit wir bei der DM in Tromm einen weiteren Startplatz für den PV OSt im nächsten Jahr gewinnen.

  3. Danke an Chemnitz für die Ausrichtung der LM und an Detlef für den wunderbaren Bericht!