20. Stadtmeisterschaft Chemnitz: Von 0 auf 100: Ehemaliger Cricketstar aus Indien erlangt Bouleperfektion in nur 5 Monaten!

Lali Lali
Lali Lali
Da an diesem Wochenende in weiten Teilen Deutschlands Dauerregen herrschte, war der Chemnitzer Ruf als „Regenhauptstadt des PV Ost“ diesmal völlig ungefährdet. Ärgerlich war nur, dass sich unsere Verbandsmitglieder(-innen) in der Mehrzahl als „Schönwetterspieler“ outeten und somit die Doublette-Teilnehmerzahl auf beinahe die Hälfte des Vorjahres hinuntersackte (von 32 auf 19!). Noch ärgerlicher war dabei, dass es sich ja auch noch um das Jubiläumsturnier des ältesten aktiven Vereins unserer Bouleregion handelte. Die vom Organisationsteam mühevoll zubereiteten kulinarischen Köstlichkeiten blieben nun weitgehend unangetastet – einfach wegen mangelnder Masse an Kundschaft. Die wenigen, die gekommen waren, erfreuten sich jedoch dennoch an einem denkwürdigen Turnier, bei dem es zwar tatsächlich fast ständig regnete, aber keineswegs so stark, dass man fürchten musste, die Gesundheit könne ernsthaften Schaden nehmen.

Als illustre Gäste konnten die Berliner Brüder Mansour begrüßt werden. Diese nahmen sich jedoch nach den erwarteten drei Vorrunden-Siegen im Viertelfinale überraschend eine Auszeit und unterlagen 4:13 gegen Albert Wendt und einen hier wie entfesselt aufspielenden Fethi Aouissi. Diese beiden hatten damit aber leider ihr Pulver schon verschossen und unterlagen in den restlichen Spielen klar.

Ein anderer außergewöhnlicher Gast war der in PV Ost-Kreisen bestens bekannte Maik Kerner, der nach mehrjährigem Aufenthalt in Berlin wieder den Weg zurück ins heimatliche Halle gefunden hat. Zusammen mit unserem Verbandspräsidenten Heiko Kastner hatte er jedoch bereits in der Vorrunde leichte Anzeichen von Schwäche gezeigt und gegen das Chemnitzer „Familienteam“ Rita und Fabian Böttcher mit 8:12 verloren. Im Viertelfinale A standen die beiden dann gegen den Turnierfavoriten Jens Riedel und seinen diesmal auserkorenen Mitspieler, Tangi Andro aus Dresden, auf verlorenem Fuß und verloren klar mit 6:13. Nun konnten sie sich wenigstens den kulinarischen Köstlichkeiten widmen…

Ohne es zu wissen lieferte sich Jens Riedel mit dem Jenaer Peter Adrian ein Duell um die Rekordsiegerschaft bei Chemnitzer Stadtmeisterschaften. Beide hatten mit wechselnden Partnern jeweils dreimal gewonnen: Jens 2000 mit Thomas Voigt (Leipzig), 2010 mit Hartmut Lohß (Chemnitz) und 2012 mit Andrey Kriwoscheew (Jena); Peter 2007 mit Sebastian Eberhardt (Nordhausen), 2008 auch mit Andrey Kriwoscheew (damals noch Bibra) und 2013 mit Albert Wendt (Dresden).

Peter, der über seine Boule-Historie akribisch Buch führt, war sich des Ringens um die Vorherrschaft hingegen klar bewusst, und er war fest entschlossen, diese zu gewinnen. Um einen geeigneten Mitspieler zu finden, führte er zunächst ein umfangreiches Scouting durch. Oder war es vielleicht doch nur Zufall? Im Jenaer Stadtpark traf er jedenfalls im April dieses Jahres auf den aus Indien eingewanderten Lali Lali, der dem Bouletreiben interessiert zusah und wenig später selbst zum ersten Mal eine Kugel in die Hand nahm. Seine Erfahrung als Cricketspieler in der ersten indischen Division kam ihm zugute, und er wusste schon bald, wie er Effets sinnvoll anzusetzen hatte, um optimal gelegte Würfe zu produzieren.

Das Legeduell im Finale von Chemnitz gegen Tangi gewann er demzufolge klar, was die Grundlage zum ungefährdeten 13:2-Erfolg seines Teams bildete. Da konnte Jens sich mit sur-Place- und Sau-aus-Schüssen noch so sehr abmühen, am Ende musste er aufgeben und traf entnervt sogar einmal die eigene Kugel. Lali hingegen, vom nun alleinigen Chemnitz-Dominator eindrucksvoll ergänzt, könnte auch hinfort für bleibende Eindrücke in der PV Ost-Szenerie sorgen.

Endergebnis A-Turnier:

Sieger: Lali Lali/Peter Adrian (Jena; 13:2 im Finale)

Finalisten: Jens Riedel/Tangi Andro (Leipzig/Dresden)

Dritter Platz:

Hakka Jähnig/Jens Farag (Leipzig; 13:5 im „kleinen Finale“; 3:13 im Halbfinale gegen Riedel/Andro)

Vierter Platz:

Albert Wendt/Fethi Aouissi (Dresden; 6:13 im Halbfinale gegen Lali/Adrian)

Viertelfinalisten:

Jörg Kriebel/Reinhard Schatz (Dresden; 11:13 gegen Lali/Adrian); Maik Kerner/Heiko Kastner (Berlin/Halle; 6:13 gegen Riedel/Andro); Rita Böttcher/Fabian Böttcher (Chemnitz; 8:13 gegen Jähnig/Farag); Kader Tahar Mansour/Ali Tahar Mansour (Berlin; 4:13 gegen Wendt/Aouissi)                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            Endergebnis B-Turnier:

Sieger: Rayk Lohse/Jörg Weinhold (Chemnitz; 13:9 im Finale)

Finalisten: Martina Franke/Dieter Neubert (Chemnitz)

Dritte Plätze: Petra Frei/Stephan Iltschev (Leipzig; 6:13 im Halbfinale gegen Lohse/Weinhold) + Matthias Buck/Klaus-Jürgen Zimmermann (Halle; 5:13 im Halbfinale gegen Franke/Neubert)

Die Sieger: Lali Lali und Peter Adrian
Die Sieger: Lali Lali und Peter Adrian
Tangi und Jens
Tangi und Jens
Hakka Jähnig und Jens Farag freuen sich über Platz 3.
Hakka Jähnig und Jens Farag freuen sich über Platz 3.
B-Turnier in Chemnitzer Hand: Rayk und Jörg, beglückwünscht von Erik aus dem Organisationsteam
B-Turnier in Chemnitzer Hand: Rayk und Jörg, beglückwünscht von Erik aus dem Organisationsteam
Platz 2 im B geht an Dieter und Martina, ebenfalls aus Chemnitz.
Platz 2 im B geht an Dieter und Martina, ebenfalls aus Chemnitz.
Jens musste sich heute mitunter auch als Leger abmühen.
Jens musste sich heute mitunter auch als Leger abmühen.
Dieses Element war eindeutig schuld an der geringen Turnierbeteiligung!
Dieses Element war eindeutig schuld an der geringen Turnierbeteiligung!

Ein Kommentar zu “20. Stadtmeisterschaft Chemnitz: Von 0 auf 100: Ehemaliger Cricketstar aus Indien erlangt Bouleperfektion in nur 5 Monaten!

  1. Zumindest ein wenig liegt die mangelnde Teilnahme aber auch am Termin. Zeitgleich fanden die DM Jugend (5 Erwachsene und 16 Jugendliche) und die DM 55+ (3 Spieler) statt.

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