17. Stadtmeisterschaft Leipzig: Berliner knapp vor Pastis-Traditionsteam

Sieger aus Berlin: Norman und Tom

Trotz kaltem und unbeständigem Aprilwetter trafen sich 34 warm verpackte Teams zum ersten großen PV Ost-Doublette-Event des Jahres auf dem Turnier- und Ligaplatz in Gohlis-Mitte. Wären die Bedingungen ähnlich derer bei dem sonnenüberfluteten Chemnitzer Triplette-Auftakt vor zwei Wochen gewesen, hätte die Teilnehmerzahl leicht an der Hundertergrenze gekratzt…

Neben der üblichen PV Ost-Kundschaft, die vornehmlich aus Leipzig, Dresden und Halle kam, aber auch aus Chemnitz, Jena oder Borna, hatte diesmal nur ein Team einen etwas weiteren Weg zurückzulegen, nämlich die aus Berlin angereisten Tom und Norman. Diese hatten jedoch an der Bürde der Tradition zu tragen, denn im letzten Jahr hießen die Sieger Malek Liman und Kader Tahar-Mansour, und von vier Halbfinalisten stellte die Bundeshauptstadt deren drei.

Ein altes PV Ost-Dreamteam stellte sich ihnen in den Weg: Jens Riedel und Thomas Voigt vom LPC „Pastis“ hatten bereits in der Urzeit des Verbandes, als dieser offiziell noch gar nicht existierte, also vor etwa zwanzig Jahren, für Furore gesorgt und die internationalen Boulegemeinschaft darauf aufmerksam gemacht, dass auch in unseren Breiten erstklassiges Pétanque gespielt wird. So hatten sie etwa 2003 das renommierte Baron-Münchhausen-Turnier im tschechischen Ořech gewonnen. Seit Jahren hatte dieses Erfolgsduo allerdings nicht mehr zusammengespielt, da Thomas insgesamt seine Bouleaktivitäten etwas zurückschraubte und mehr als Hobbyspieler unterwegs war, während Jens sich eher in Richtung Leistungssport orientierte.

Nun aber hatten die beiden wieder zusammengefunden und gleich die alte Leistungsstärke zurückgewonnen. In den vier Begegnungen der Vorrunde sowie in Viertel- und Halbfinale des A-Turniers wurden sie von der PV Ost-Konkurrenz keinen ernstzunehmenden Belastungsproben ausgesetzt. Bis dann im Finale die Berliner auf sie warteten…

Hier scheinen ihnen zunächst die Grenzen aufgezeigt zu werden, denn nach zwei Aufnahmen liegen sie schon mit 0:5 hinten. Dann erfolgt jedoch ein taktischer Fehler der Berliner, als diese eine von Thomas nahe ans Cochonnet gelegte Kugel nicht gleich entsorgen, sondern stattdessen fünf Kugeln verlegen. Die Leipziger liegen nun nur noch mit 3:5 hinten, und ein spannender Wettkampf kann entbrennen.

Zwar gelingt es den Berlinern nach zwischenzeitlichem 5:4, wieder auf 7:4 davonzuziehen, aber in den folgenden zwei Aufnahmen nutzen die Leipziger plötzlich auftretende Legschwächen der Gegner, und mit Hilfe eines Platz schaffenden Schusses von Jens gelingt ihnen der Durchbruch: es steht 7:10!

Die Berliner wirken angeknockt, nach zwei weiteren Aufnahmen liegen sie scheinbar aussichtslos mit 8:12 hinten…

Aber nun erfolgt ein ganz entscheidender Wendepunkt: Nachdem Norman zweimal vergeblich auf Thomas‘ bis knapp vor das Cochonnet gelegte Kugel geschossen hat, gelingt Tom entschlossen ein erfolgreicher Sauschuss: Neuaufnahme!

Und die Berliner sind wie neu beseelt, schieben sich durch ein Dreierpack mit 11:12 wieder heran. In der nächsten Aufnahme geraten dann die Leipziger in eine prekäre Situation, doch als alles schon verloren scheint, gelingt diesmal Jens der lebensnotwendige Sauschuss…

Es kommt nun zum entscheidenden Showdown: Norman legt an die Zielmarke, Jens schießt zunächst vorbei, dann trifft seine Kugel zwar die andere, befördert sie aber nicht weit genug weg, sodass erst Thomas den Punkt machen kann. Aber seine Kugel ist über einen Meter lang, stellt den anschließend in den Wurfkreis gehenden Norman vor keine Probleme. Jetzt befinden sich die Leipziger im Abwärtsstrudel: Jens trifft nicht, Thomas legt zweimal ungenügend. Aber auch Norman verlegt…

Es bleibt somit Tom vorbehalten, das Spiel zu beenden. Mit einem technisch hervorragend angesetzten Hochporteewurf platziert er seine Kugel auf den harten Boden direkt  neben das in knapp zehn Meter Entfernung verharrende Cochonnet. Vorbei, das Spiel ist gedreht!

 

Endergebnis A-Turnier:

 Sieger: Tom/Norman Wessbecher (Berlin; 13:12 im Finale; 13:5 im Halbfinale gegen Tangi und Heiko)

Finalisten: Jens Riedel/Thomas Voigt (Leipzig; 13:6 im Halbfinale gegen Marco und Richard)

Dritter Platz: Marco Niemann/Richard Wendt (Jena/Dresden)

Vierter Platz: Tangi Andro/Heiko Trampler (Dresden/Leipzig)

Viertelfinalisten: Sabine Friedel/Andreas Endler (Dresden; 5:13 gegen Jens und Thomas); Jörg Kriebel/Peter Giebisch (Dresden; Marco und Richard unterlegen); Christof Singer/Heiko Neumann (Leipzig; 4:13 gegen Tom und Norman); Jan/Devin Zimmermann (Leipzig; 6:7 gegen Tangi und Heiko)  

Endergebnis B-Turnier:

 Sieger: Patrick Lehmann/Florian Krahmer (Dresden)

Finalisten: Milena Emich/Veikko Dähne (Halle)

Dritter Platz: Hannes Blechinger/Ludwig Möke (Halle)

Vierter Platz: Susanne/Albert Wendt (Leipzig)

Endergebnis C-Turnier:

Sieger: Monika Kupsch/Stephan Weigel (Leipziger Land/Chemnitz)

Finalisten: Laura Schneider/Helena (SB Reudnitz)

Dritter Platz: Yvonne/Jens Farag (Leipzig)

Vierter Platz: Bastian Pelz/Bernd Kraft (Leipzig)

Endergebnis D-Turnier:

Sieger: Patricia Stehr/Fethi Aouissi (Leipzig/Dresden)

Finalisten: Till/Jule (Leipzig)

Dritter Platz: Peter Adrian/Lali Lali (Jena); Hakka Jähnig/Christoph (Leipzig)

Ein alter Haudegen „neu verpackt“: Thomas Voigt
Am Ende auf Platz 3: Richard und Marco
Wieder mal gab es höchst originelle Preise zu gewinnen!
Das Pastis-Traditionsteam ist bei der Preisvergabe dabei!
Gierig nach Erfolg: Patrick und Flori belegen Platz 1 im B!
Platz 2 im B: Veikko mit Newcomerin Milena
Turnierorganisatorin Susanne präsentiert einen nicht abgeholten Preis
Erfolg für Borna und Chemnitz: Monika und Stephan gewinnen das C!
Knapp dahinter: Helena und Laura vom neuformierten Team „Stahlball Reudnitz“
C-Turnier: Yvonne und Jens freuen sich über Platz 3!

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