Turnierwochenende in Ořech/CZ: PV-Ost zahlreich vertreten, aber Ansturm auf die Preise misslingt… (fast!)

Wieder lud Vladimir Glaser zu dem von ihm veranstalteten Turnierwochenende seines Cyclo tourist pétanque club Ořech ein, und schon zum fünfzehnten Mal in Folge folgten Vertreter unseres Verbandes diesem Aufruf.

Einige der Pioniere von 1999 waren auch diesmal wieder am Start, und zwar in Gestalt der Leipziger Urgesteine Jens Riedel, Diana Scheffler, Regina und Dieter Stehr. Die Chemnitzer Hartmut Lohß und Detlef Schwede, seit der Jahrtausendwende ununterbrochen Gäste in der Prager Peripherie, konnten natürlich auch diesmal wieder nicht fehlen. Hinzu kamen der Kahlaer Ingo Wonsack sowie die Hallenser Gundolf Henschel, Bastian Pelz, Christian Puttkammer und Michael “DXN“ Lorenz, allesamt erfahrene Ořech-Streitkräfte. Hannes Blechinger, ebenfalls von Bamboule Halle, war diesmal der einzige echte Neuling am Ort, denn Präsi-Ehefrau Olga (Dresden) hatte hier bereits im vergangenen Jahr ihre erste Aufwartung gemacht.

Leider war das traditionsreiche freitagabendliche “Bierturnier“ aufgrund mangelnden Zuspruchs inzwischen “eingeschläfert“ worden und wurde durch ein zwei Runden umfassendes innerverbandliches Fun-Turnier ersetzt. Diese Planänderung ließ noch Zeit für einen zusätzlichen Programmpunkt: den Besuch des im Mittelalter-Look dekorierten Restaurants Rapír.

Somit gut gestärkt konnte das am nächsten Tag stattfindende Baron-Münchhausen-Turnier selbstbewusst in Angriff genommen werden. Mit 91 teilnehmenden Doublettes war dieses – nach zuletzt “dünneren“ Jahren – zahlenmäßig wieder im Aufwind begriffen. Neben den Deutschen des PV Ost sorgten die Standardgäste aus Dänemark sowie eine ganze Busladung schwedischer Senioren und Seniorinnen zusammen mit einigen in Tschechien lebenden Franzosen und Algeriern für eine international gut gemischte Besetzung.

Die sportlich überragenden Spieler und Spielerinnen kamen jedoch aus der Tschechischen Republik. Starke Konkurrenz ließ so etwa Gundolf und Hannes bereits in der Barrage ihres Vorrunden-Pools scheitern. Dieter, der vom heimischen Leander Leisky für eine Doubletteteilnahme gewonnen werden konnte, musste ebenfalls bereits früh die Segel streichen. Christian/DXN sowie Olga/Detlef überstanden zwar die Vorrunde, qualifizierten sich nach ihrem Aus im 1/64-Finale aber trotzdem noch fürs “B Turnaj O COP BARONA PRÁŠILA“, in dem es wie üblich als Hauptpreise an Siegestafeln festgemachte Münchhausen-Zöpfe zu gewinnen gab.

Der Eintritt ins B wurde Regina und Diana, die dieses Turnier vor mehr als zehn Jahren schon einmal gewinnen konnten, diesmal verwehrt. Grund dafür war ein Freilos und damit der direkte Zutritt ins 1/32-Finale des A-Turniers, wo gegen das starke Team Aleš Vencl/Lucie Venclová aus Vrchlabí allerdings ein schneller Abgesang erfolgte. Immerhin ein wenig besser erging es Hartmut/Ingo sowie Jens/Bastian, die eine Runde weiter vordrangen, wobei Hartmut und Ingo einen 2:9-Rückstand gegen ein Team aus Lipnik noch drehten, und beim Spielstand von 7:9 gar ein tödliches Sixpack verabreichen konnten!

Im 1/16-Finale ereilte unsere verbliebenen Teams dann freilich ein mehr oder weniger unrühmliches Aus. Šárka Fukalová und Milan Fukal (Jablonec), die schon zwei Runden zuvor gegen Olga und Detlef nicht wirklich überlegen waren und ihr Weiterkommen u.a. auch einigen großzügigen Geschenken des Kranichs zu verdanken hatten, verwirrten Hartmut und Ingo durch eine eigentümliche Anlegetechnik, gegen die kein Kraut gewachsen zu sein schien, sodass das Tschechen-Pärchen am Ende einen unter dem Strich ungefährdeten 13:7-Sieg feiern konnte. Und die Feierstunden gingen weiter, denn erst im Halbfinale war bei inzwischen eingeschaltetem Flutlicht Endstation…

…und zwar gegen die “Henker“ unseres allerletzten Teams. Jens und Bastian mussten in diesem Spiel sowohl den Hochportée-Künsten von Pavel Mašek (Vrchlabí) als auch den Präzisionsschüssen einer stabil gebauten jungen Dame mit blonden Haaren (Verena Slobodová, POP Praha, Platz 6 der CZ-Rangliste!) Tribut zollen. Das ungewöhnliche Duo wurde dann erst im mitternächtlichen Finale gestoppt, als nämlich erwähnte Dame ihr Schießpulver endlich verschossen hatte. Sieger des Münchhausen-Turniers wurden wie schon 2011 Ježek/Ježek vom PEK Stolín.

Für unseren Verband musste somit die Jagd nach den Preisen im B-Turnier fortgesetzt werden. Gespielt werden sollten hier vier Runden Schweizer System, aber gleich in der ersten Runde ereilte Gundolf und Hannes eine Niederlage. Der kränkelnde Christian war bereits abgereist, und so ruhten die PV Ost-Hoffnungen nur noch auf Olga und Detlef, die nach zwei Siegen auf gutem Kurs zu sein schienen. Nach verlorener Platzwahl ging es dann aber von einem pampigen Morastboden auf eine schnelle Betonbahn, ein Umstand, der dem hierauf bereits eingestellten dänischen Senioren-Ehepaar Larsen rasch einen beträchtlichen Vorsprung einbrachte. Erst allmählich gelang die Umstellung, und das Spielergebnis konnte freundlicher gestaltet werden, es stand 9:11…

Nun allerdings sorgte Petrus für eine schnelle Spielentscheidung und raubte Olga damit ihre Hoffnung auf einen ersten Münchhausen-Zopf. Blitz und Wolkenbruch sorgten für einen fluchtartigen Abgang, und da keine Besserung in Sicht war, musste das Zwischenergebnis “finalisiert“ werden…

Eine letzte Chance auf irgendeinen Preis für den PV Ost bot am Sonntag das Pirat-Morgan-Turnier. Eigentlich eine traditionelle Bastion für unseren Verband, denn eine stattliche kleine Flotte der zu gewinnenden Miniatur-Piratenschiffe schippert bereits durch unsere Gewässer. Nur waren diesmal kaum noch Schiffskapitäne am Start, denn viele von ihnen hatten sich im Morgengrauen auf die Überfahrt nach Chemnitz begeben, wo sie die LM-Doublette bestreiten wollten. Übrig geblieben waren nur noch zweieinhalb Teams: Diana/Regina, Ingo/Detlef sowie Dieter, der eigentlich gar nicht antreten wollte, dann aber noch einmal dem Werben von Leander Leisky nachgab.

Im Hinblick auf das unbeständige Wetter wurde das Turnier bei 13 Startteilnehmern auf nur vier Schweizer Runden begrenzt. Da konnte jede Niederlage bereits tödlich sein, und in der Tat, Dianas und Reginas Schiff kenterte gegen eine dänische Besatzung bereits im ersten Gefechtgang. Ingo und Detlef hatten gut losgelegt (13:4) und schienen auch in der zweiten Runde auf Siegeskurs zu sein. Einer der Gegner, Jan Michálek aus Brünn (Platz 10 der CZ-Rangliste) legte und vor allem schoss zwar stark, seine im Vergleich zum Vortag neue Partnerin Soňa Michálková schien jedoch einen Schwächeltag erwischt zu haben. Es ergab sich eine knappe 10:8-Führung für die PV Ostler, als das Unheil über sie hereinbrach: Detlef verlegt – völlig untypisch für ihn – sämtliche drei Kugeln, zwei zu lang, eine zu kurz. Ingo versucht zwar noch etwas zu retten, es gelingt ihm ein Kugelwurf bis an die Sau. Jan aber weiß – wie jeder herausragender Spieler – nicht nur, was er zu machen hat, sondern er macht es dann auch: Carreau sur place, anschließende Legwürfe in den vorgegebenen Bereich. Fünferpack. Aus!

Der Kranich vergräbt sich todunglücklich in seinen Gram und vergisst dabei, das Filmdöschen mit der Startnummer in den entsprechenden Topf zu werfen. Die Auslosung zur dritten Runde erfolgt trotzdem, da Turnierleiterin Dana Glaserová die Dosen falsch gezählt hat. Als das Versäumnis ans Licht kommt, erhalten Ingo und Detlef nicht regelkonform ein Freilos…

Dieser Umstand erweist sich in der Nachbetrachtung als großes Glück! Beim Schweizer System Typ Ořech erfolgt nämlich keine Buchholz-Wertung, es zählen die einfachen Spielpunkte! Ein hoher Sieg in der letzten Runde könnte also noch für einen Sprung aufs Treppchen langen…

Und wieder kommt ein glücklicher Umstand dem PV Ost-Team entgegen: Das dänische Senioren-Ehepaar Larsen (die Gewitter-Sieger vom Vortag!) gerät sich in die Haare, als Frau Larsen, entgegen dem Geheiß ihres Gatten, ihre Kugel zu straff spielt. Ein eheliches Donnerwetter und lustlos gespielte Kugeln von Herrn Larsen folgen. Im weiteren Verlauf der Partie hat man den Eindruck, eine neue Eiszeit sei ausgebrochen. Es reicht für einen 13:5-Erfolg, eine Gesamtpunktewertung von + 21 und… das silberne Piratenschiff!

Des einen Glück, des anderen Pech: Dieter und Leander rutschen durch dieses Ergebnis auf Platz vier ab…

 

Pavel Mašek

Aleš Vencl
Lucie Venclová

Bildquelle: http://www.petanquevrchlabi.cz


 

 

 

Kommentare sind abgeschaltet.