
Die Temperaturen waren zum Glück nicht ganz so extrem in die Höhe geklettert wie befürchtet, sodass die LM reibungslos abgewickelt werden konnte, auch dank eines funktionierenden Caterings, das – erstmalig bei PV Ost LMs – zudem mit kostenloser Mineralwasserversorgung aufwartete!
„Schöne Bahnen unter den Bäumen“ schrieb jemand im Kommentar, und obwohl das malerische Ambiente am Saaleufer in den PV Ost-Landen seinesgleichen sucht, gingen die Meinungen bezüglich des sportlichen Wertes dieses Terrains dann doch auseinander. Die Bezeichnung „Kullerboden“ wurde oft vernommen, und in der Tat, den Zufällen war Tür und Tor geöffnet, und obwohl jeder und jede der erfahrenen Leger und Legerinnen stets einen Plan gefasst hatte, musste er oder sie oft erleben, wie die Kugeln aufmüpfig ihre eigene Strategie entwickelten und in Bereiche kullerten, die man sich einfach nicht erklären konnte.
Als ebenso schwierig erwies sich das Schießen. Man erlebte es häufig, dass eine Schusskugel, die knapp vor der wegzuräumenden Kugel aufkam, diese froschmäßig übersprang und anschließend ins Nirgendwo hüpfte. Somit gab es eigentlich nur zwei Optionen für einen erfolgreichen Schuss: Entweder man traf äußerst präzise direkt auf Eisen, oder man visierte das Ziel flach und gerade an – was freilich nur dann funktionieren konnte, wenn der Weg bis dorthin frei war. Es erwies sich also als sinnvoll, nicht erst lange zu warten, sondern eine zwingende Kugel des Gegners sofort zu entsorgen.
Daraus ergibt sich nun, dass die Hallenser Bahnen wie prädestiniert erscheinen für unerwartete Außenseiter-Erfolge, ganz anders also als das Blau-Weiß-Boulodrom in Chemnitz, wo sich bei der letzten Doublette-LM am Ende nur die spielstärksten Teams folgerichtig durchsetzten.
Aber würden die Underdogs auch der enormen nervlichen Belastung standhalten können, um einen der Big Players zu besiegen?
