17. Stadtmeisterschaft Chemnitz: Peter zum dritten, Albert zum ersten!

34, 35, 34 – Die Teilnehmerzahlen der letzten Jahre bei der wie immer auf dem Chemnitzer Schloßberg ausgetragenen Stadtmeisterschaft halten sich auffällig konstant. 28 der insgesamt 68 angetretenen Spieler- und Spielerinnen gehörten freilich dem austragenden Verein an oder waren zumindest “chemnitz-affin“ – das deutet einerseits auf das gesteigerte Bouleinteresse in dieser westsächsischen Metropole, andererseits aber auch auf eine nachlassende Reiselust innerhalb der PV Ost-Gemeinde. Nimmt man die sechs Vertreter tschechischer Vereine und den einen oder anderen Hobbyspieler heraus, so verbleiben nur noch 33 registrierte Teilnehmer aus unserem Verband, also knapp die Hälfte.

Aufstrebende Vereine wie der BC Leipziger Land und die Rumkugeln Dresden entsandten hingegen ein für ihre Mitgliederverhältnisse stattliches Kontingent (6 bzw. 4 Teilnehmer) und konnten, siehe Ergebnisliste, auch durchaus Erfolge verbuchen. Ehemalige Hochburgen wie Bibra und Nordhausen verschwanden hingegen ganz in der Versenkung, während Jena, Halle und Pastis Leipzig wenigstens einzelne “Abgeordnete“ schickten. Die größte auswärtige Abteilung stellte traditionsgemäß La Boule Rouge Dresden mit 15 Boulisten und –tinnen.

Wie schon seit Jahren kam in Chemnitz das Maastrichter System zur Anwendung, ein Modus, der sich allseitiger Beliebtheit erfreut, da er eine zügige Abwicklung garantiert und jedem Teilnehmer ein Minimum von vier Spielen sichert, sodass sich die Anreise für alle lohnt. Nach drei Vorrundenbegegnungen im Schweizer System bildeten sich aufgrund des entstandenen Rankings vier KO-Runden à 8 Teams, die folglich mit dem Viertelfinale einstiegen. Nur zwei der eingeschriebenen 34 Doublettes fielen dabei völlig aus der Wertung und kämpften anschließend – ruhmlos und von keiner Ergebnisstatistik festgehalten – um eine virtuelle “goldene Ananas“.

Jens Riedel, Vorjahressieger und “ewiger“ Ranglistenprimus PV Ost, musste aufgrund einer Verhinderung von Andrei Kriwoscheew (Jena) seinen Titel mit einem neuen Partner bestreiten. Seine Wahl fiel auf LaBR-Präsi Tom Tschintscharadse. Dieses Team kassierte in der Vorrunde zwar eine überraschende 9:13-Niederlage gegen die Hallenser Jan Gosch und Bodo Reißig, konnte sich aber aufgrund besserer Nettopunkte dann doch noch für das A-Turnier qualifizieren, während die Favoritentöter aus Halle nach einer 1:13-Schlappe gegen Andreas Runck/Andreas Rümpel (Dresden LaBR/Dresden RK) doch noch im B-Turnier Einzug halten mussten und sich dort – augenscheinlich demotiviert – gleich eine weitere Klatsche einhandelten (2:13 gegen Christina Rose/Frank Hellriegel, BC Leipziger Land) und sich somit flugs aus dem Turnier verabschiedeten. Zuviel gefeiert?

Wie es so kommt: Jens und Tom trafen anschließend auf die beiden Andreasse und gewannen souverän (13:7). Und auch im Halbfinale schienen sie lange auf der Siegesstraße zu sein – bis Peter Adrian (Jena) und Albert Wendt (Dresden) die Kompetenzen tauschten und Peter wieder den ihm eigentlich angestammten Platz als Schießer einnahm. Albert überzeugte durch präzise Hochportée-Würfe, während Tom allmählich Legschwächen offenbarte. Am Ende gewannen Peter und Albert noch mit 13:10.

Ins Finale waren überraschend auch die Lokalmatadoren Stephan Weigel und Marcel Neumann vorgedrungen. Sie hatten sich auch nur aufgrund der Nettopunkte noch knapp für das A-Turnier qualifizieren können, schafften es dann aber im Viertelfinale, die Vorrundenbesten Benjamin Müller/Veikko Dähne (Chemnitz/Halle) mit 13:8 in die Schranken zu verweisen. Nach hartem Kampf besiegten sie im Halbfinale auch die tschechische Konkurrenz aus Vědomice und sorgten für eine Finalpaarung mit Chemnitzer Beteiligung.

Hier hielten Stephan und Marcel am Anfang gut mit und führten mit 3:1. Nach einem Legwurf an die Sau von Albert und zwei Fehlschüssen von Marcel erbringt die nächste Aufnahme jedoch den Ausgleich. Anschließend ein Dreierpack für das auswärtige Team: Sie legen eindeutig besser! Und die nächste Aufnahme würden die Chemnitzer am liebsten für immer aus der Erinnerung streichen: Wieder schießt Marcel zweimal vergeblich auf die direkt hinter der Sau liegende gegnerische Kugel. Stephans Legkugeln können die Situation nicht entscheidend verbessern, sodass der Gegner leichtes Spiel hat und fünf Punkte erzielt. Neuer Spielstand: 3:11!

Nicht wenige der in der Abendkühle bereits fröstelnden Zuschauer wünschen sich nun ein schnelles Ende. Was sollen die Chemnitzer jetzt schon noch ausrichten? Doch diese bäumen sich auf, mit Eichhörnchentaktik gewinnen sie in den nächsten beiden Aufnahmen jeweils einen Punkt, es steht nur noch 5:11…

Auf sieben Meter Entfernung gelingt es anschließend in keinem der ersten vier Versuche, eine ansprechende Kugel zu legen. Der fünfte Legwurf erbringt den Chemnitzern dann immerhin eine Annäherung von 30 cm an die Sau. Peter und Albert haben nur noch drei Kugeln und verlegen davon die erste. Vielleicht geht da noch was für Chemnitz?

Nun aber legt Albert 1o cm vor die Sau und hat noch eine Kugel übrig. Die Chemnitzer verfügen noch über drei Kugeln, verschießen davon jedoch zwei. Der letzte Legwurf schießt einen Meter über das Ziel hinaus. Und Albert gelingt mit seiner allerletzten Kugel der entscheidende Wurf: Er wird zum ersten Mal Chemnitzer Stadtmeister, zusammen mit Peter, dem dieser Erfolg bereits zum dritten Mal gelingt.

Am Ende gab es Geldausschüttung für die Sieger und keine Pokale. Diese Regelung hatte sich aufgrund von Protesten einzelner Spieler aufgedrängt, die eine weitere Aufstockung ihrer bereits stattlichen Pokalsammlungen für sinn- und wertlos erachten. Nach der Siegerehrung mehrten sich aber nun die Stimmen, die eine Rückkehr zur alten Trophäenregelung forderten. Sie wünschen sich eine bleibende Erinnerung an das Turnier, wohingegen das gewonnene Geld im Nu verschwunden sei. Wem soll man es nun recht machen? Vielleicht können sich diejenigen, die sich bis zu diesen Zeilen durchgekämpft haben, noch zu einem Kommentar zu dieser Thematik aufraffen, damit wir zukünftige Turniere noch ansprechender gestalten können.

Die wesentlichen Ergebnisse und Platzierungen:

Finale, A-Turnier:

Peter Adrian/Albert Wendt (Jena/Dresden) – Marcel Neumann/Stephan Weigel (Chemnitz): 13:5

Spiel um Platz 3, A-Turnier:

Jens Riedel/Tom Tschintscharadse (Leipzig/Dresden) –


Pavel Mazúr/Milan Kulhánek (PK JUPITER Vědomice/CZ): 13:12

Viertelfinal-Verlierer:

Antje Müller/Dana Unger (Chemnitz/Halle): 1:13 gegen Adrian/Wendt

Benjamin Müller/Veikko Dähne (Chemnitz/Halle): 8:13 gegen Neumann/Weigel

Andreas Runck/Andreas Rümpel (Dresden LaBr/Dresden Rumkugeln): 7:13 gegen Riedel/Tschintscharadse

Jennifer Baer/David Möller (Dresden/Chemnitz): 12:13 gegen Mazúr/Kulhánek

STADTMEISTER 2013: PETER ADRIAN/ALBERT WENDT

Finale, B-Turnier:

Andreas Endler/Stefan Lauche (Dresden) – Sabine Friedel/Gerald Adler (Dresden): 13:9

Spiel um Platz 3, B-Turnier:

Anja Herrmann/Hanns-Werner Leithold (Dresden) – Christina Rose/Frank Hellriegel (Leipziger Land): 13:3

Finale, C-Turnier:

Michael Balazs/Detlef Schwede (Chemnitz) – Anika Wagner/Stefan Freigang (Dresden Rumkugeln): 13:4

Finale D-Turnier:

Monica Pillerová/Pavla Beranová (PK JUPITER Vědomice/CZ) – Jörg Kriebel/Hartmut Lohß (Dresden/Chemnitz): 13:10

Vorrunde, 3 Runden Schweizer System:

1.Benjamin Müller/Veikko Dähne 3 – 5 – 19

2.Andreas Rümpel/Andreas Runck 3 – 5 – 16 – 31

3.Peter Adrian/Albert Wendt 3 – 4 – 16 – 17

4.Pavel Mazúr/Milan Kulhánek 3 – 4 – 15 – 17

 

3 Kommentare zu “17. Stadtmeisterschaft Chemnitz: Peter zum dritten, Albert zum ersten!

  1. warum nicht einen wanderpokal kreieren? wer ihn gewinnt, gibt ihn im jahr darauf (wahrscheinlich) wieder ab …

    gruß stephan

  2. oder vlt. nur Urkunden und damit diese nicht gleich im Papiermüll landen lassen wir sie Rahmen