
Drei Teams waren für den PV Ost am Start, und das Minimalziel war klar: Wenigstens einen weiteren Startplatz für das nächste Jahr sollte man hinzugewinnen!
Bei Team Ost 3, bestehend aus Heiko Jähnig (LPC), der eigentlich in unserer Boulegemeinde eher unter dem Kürzel „Hakka“ bekannt ist und die kurzfristig verhinderte Bamboule-Legende Gundolf Henschel vertrat, und den beiden Bamboule-Spielern Ngo Tran und Thomas Bille, ging es los mit einem ehrenvollen 11:13 gegen die NRW-Topvertretung vom ausrichtenden Verein mit dem komplizierten Namen Boule-Initiative Recklinghausen-Suderwich 04. Damit hatten die drei aber ihr Pulver noch nicht verschossen, im Anschluss besiegten sie eines der 27 anwesenden BaWü-Teams unangefochten mit 13:8. Es ging in die Barrage, und dort wartete mit Rheinland-Pfalz 2 ein weiteres Spitzenteam. Man hielt mit neun Punkten dagegen, musste aber nun leider die Hoffnung auf ein Vordringen in die K.O.-Runde des A-Turniers begraben.
Schade, aber da war ja noch Ost 2. Dieses Team war zur LM eher zufällig neu zusammengestellt worden und hatte dort überraschend den Titel geholt. Nun war wiederum eine Auswechslung vonnöten, da Monika Kupsch (BCLL) auf eine DM-Teilnahme verzichtete. Dessislava Vardjieva-Eckert (Bamboule), kurz „Dessi“, war spontan eingesprungen und formierte nun eine Allianz mit Monikas Vereinskamerad Mario Krutzki und dem alterfahrenen Chemnitzer Detlef Schwede. Diese Konstellation hatte zuvor noch nie zusammen gespielt, wie sollte das also gut gehen?
Mario übernahm wie gewohnt den Tireur-Job, Detlef übte sich weiter in seinem in vielen Wettkämpfen erprobten Pointeur-Terrain und für Dessi, die laut Rangliste ja die spielstärkste der drei Teammitglieder ist, ergab sich somit die taktisch und mental anspruchsvollste Position im Triplette: die des Milieus.
Diese Aufgabenverteilung funktionierte erstaunlich gut, und im ersten Match gegen Saar 4 sprang zunächst eine deutliche Führung heraus. Dann aber drohte man, diesen Vorsprung wieder aus der Hand zu geben. Eine plötzliche Nervenschwäche? Der Druck des Gewinnen-Müssens erweist sich als zu groß? Es stand nun mit einem Mal 12:12…
Aber dann befiel die Siegespanik eher die Gegner. An einer zwingend vorgelegten Kugel von Detlef bissen sie sich die Zähne aus und mussten die Waffen strecken. Ost 2 hatte den erträumten Sieg in der Tasche! Aber nun würden ja stärkere Gegner kommen…
Das physische Erscheinungsbild von BaWü 11 deutete klar hin auf eine potente Schießertruppe, die alle gutgemeinten Legversuche gnadenlos wegräumen würde. Man zitterte schon vor dem Start, aber dann kam es ganz anders: Der gegnerische Tireur schoss aus der Hocke und traf … fast nichts! Und die BaWü-Leger kamen mit dem splittigen Boden auch nicht besonders gut zurecht. Ost 2 gewann souverän mit 13:5 und lag sich freudetrunken in den Armen: Man hatte die K.O.-Runde erreicht und somit einen weiteren Startplatz für unseren Verband ergattert!
Nun ging es noch eine Kategorie höher, BaWü 2 war der nächste Gegner. Man spielte nun im Außenbereich der Anlage, auf einer sandigen, harten und leicht unebenen Fläche, die eigentlich als Parkplatz genutzt wird und am ehesten noch mit den Spielbahnen am Hallenser Saaleufer vergleichbar ist. Das BaWü-Team, bestehend aus den beiden Frauen Heidrun Roth und Ellen Hagenlocher sowie deren Mitstreiter Stefan Walker kam damit zu Beginn nur so mittelprächtig zurecht…
Aber die Ostler kennen ja Halle, und so legten sie relativ konstant. Hinzu kamen gewinnbringende flache Sur-place-Schüsse von Mario, und so ergab sich, ehe man sich versah, ein kaum glaublicher 10:4-Vorsprung für das Team. Und irgendwie breitete sich im Hinterkopf schon ein verteufelter Gedanke den Weg: dass man es schon so gut wie in die nächste Runde geschafft hatte…
Das war fatal, denn nun auf einmal erfolgte der Bruch. Man performte weniger überzeugend und maximal eine der Legkugeln erreichte zwingend das Ziel. Und diese wurden von Ellen gnadenlos weggebürstet. Da half nicht einmal mehr ein aus der Verzweiflung geborener Trick: Nach einem Cochonnet-Fehlwurf des Gegners durfte man selbst die Zielkugel platzieren und legte sie schießerunfreundlich auf zehn Meter. Es schien zu klappen, denn nach einer verlegten BaWü-Kugel steuerte man selbst souverän das Ziel an. Doch Ellen traf auch auf diese Distanz unerbittlich mit einem satten Eisenschuss…
Beim Stand von 10:10 gab es noch einmal Hoffnung: Man legte einen guten Punkt, und die gegnerischen Kugeln waren relativ weit vom Ziel entfernt. Doch Ellen zerstörte auch diese Illusion, und am Ende siegte das Bandmaß, denn drei BaWü-Kugeln übertrafen die beste Ostkugel knapp.
Das Fazit für Ost 2: Auch wenn man mit der eigenen Performance eigentlich insgesamt ganz zufrieden sein konnte, so blieb am Ende doch, um es in der BaWü-Sprache auszudrücken, ein „Geschmäckle“…
Nicht so gut los ging es hingegen für unser Vorzeigeteam Ost 1, wie schon im Vorjahr bestehend aus Jens Riedel (LaBR), Dieter Büttner (CPC) und Knut Fischer (Bamboule). Nach einer klaren 5:13-Niederlage gegen die Niedersachsen aus Wilhelmshaven stand man in der nächsten Partie gegen NRW 24 schon gehörig unter Druck. Aber man berappelte sich und gewann souverän mit 13:2.
Nun also in die Barrage, wieder gegen den gleichen Gegner, aber nun mit besserer Form. Hoffte man, aber es ging erstmal wieder mäßig los. 0:2, 0:3, dann mal zwei eigene Punkte, aber auch schnell wieder 2:7 und 3:8. Dann endlich zeigte sich die Form: Jens, der überragende Milieuspieler des Teams, legt zwei hervorragende Punkte, und auch der zuvor etwas schwächelnde Tireur Dieter überzeugt mit einem Schuss: nur noch 5:8.
In der nächsten Aufnahme verschießt mal der Gegner, es steht 6:8. Nach 7:8 drehen dann die Nordlichter wieder auf, ein bedrohlicher 7:10-Zwischenstand ziert nun das Scoreboard. Dann aber – plötzlich und unerwartet – ergreift auch diesen Gegner die Siegespanik, in dem Maße wie Ost 1 nun aufdreht. Die nächste Aufnahme gehört den unseren, nach einem Viererpack steht es 11:10…
Auch anschließend spielt der Gegner schlecht, nur ein gelungener Sauschuss im zweiten Versuch kann sie vorübergehend retten. In der nächsten Aufnahme ergibt sich eine „Pointé gagné“-Konstellation: Legt Jens den Punkt, haben sie den Sieg in der Tasche. Aber er vergibt, und es steht erstmal nur 12:10…
Die allerletzte Aufnahme könnt ihr nun per Video verfolgen: Ost1-NiSa19
Es ging also weiter für Ost 1, und in der ersten K.-O.-Runde musste das Team wie Ost 2 auf dem Sand-Parkplatz spielen. Das gelang überraschend problemlos, die Boulefreunde aus Bad Nenndorf wurden klar mit 13:4 in die Schranken verwiesen. Nun also wieder auf den Splittboden…
Da wartete ein Spitzenteam auf unsere Koryphäen: Saar 2 mit Bundesligaspieler Fabien Fuchs. Der Tireur traf auch gut, zumindest am Anfang, und auch Leger Marco Faber legte in der ersten Phase des Spiels einen geradezu unwiderstehlichen Parcours hin. Wer diesen gegenüber etwas abfiel, war Milieu Hubert Böhm. Und auch die Leistung der anderen wurde mit zunehmender Dauer des Spiels immer schlechter, was sich aber auch dadurch erklärt, dass die Ostler nun zu ihrer Hochform aufliefen. Bis zum 9:3 lief es reibungslos, und dann kam auch schon die letzte Aufnahme:
Am nächsten Tag veränderten sich die äußeren Umstände: Man musste im Regen antreten. Gegner im Achtelfinale waren die Besieger von Ost 2, also BaWü 2. Eigentlich, bedenkt man die zuletzt gesehene Hochform von Ost 1 und die zum Teil schwächelnde Vorstellung von BaWü 4 im Spiel gegen Ost 2, eine lösbare Aufgabe…
Aber wieder einmal kam alles ganz anders als erwartet. Man verlor mit dem knappsten aller möglichen Ergebnisse, und wie man hört, war eine nicht befriedigende Tireurleistung hierfür ausschlaggebend. Ganz anders hingegen war wieder einmal BaWü-Scharfschützin Ellen Hagenlocher drauf, die ihrem Namen zum Trotz eben nur wenig „lochte“ und dafür vor allem gegen Ende der Begegnung erbarmungslos sämtliche gut gelegten Ostkugeln ins Pétanque-Nirwana beförderte.
Aber insgesamt bleibt das Fazit dennoch positiv. Gut gemacht, und im nächsten Jahr greift der PV Ost wieder an, dann mit vier Veteranenteams!






Lieber Detlef, deine geschriebene Perlen wärmen einem das Herz.
Danke Dir 👍