
Die Hallenser Organisatoren hatten sich diesmal etwas ganz Besonderes ausgedacht und sich für den historischen Amtsgarten als Austragungsstätte entschieden, der nicht weit entfernt liegt vom bisher üblichen sportlichen Terrain, dem Riveufer Saalepromenade. Dieser neue Ort war zwar weniger geeignet für idyllische Ausblicke auf Flussszenarien, stellte dafür aber die Boulisten* und insbesondere deren Leger durch seine variable und oft unberechenbare Bodenbeschaffenheit vor ungeahnte und manchmal unlösbare Probleme.
Die erste Herausforderung stellte somit bereits der auslosende Münzwurf dar. Die Sieger mussten sich nun entscheiden, auf welchem Platz sie spielen wollten, wussten aber oftmals nicht, welches Terrain hinsichtlich ihrer sportlichen Qualitäten am aussichtsreichsten war. Es kam sogar vor, dass Teilnehmer erst in der vierten und fünften Runde den für sie ansprechendsten Boden endlich gefunden hatten und nun auch mal ein paar Spiele gewannen!
Die Bedingungen waren also sehr selektiv, nur Leger, die sozusagen mit allen Wassern gewaschen sind, da sie die verschiedensten Legtechniken einwandfrei beherrschen und jeden Boden neu „lesen“ können, hatten Aussicht auf Erfolg. Manch einer versuchte dennoch, die ihm oder ihr gewohnte und liebgewonnene Technik anzuwenden und musste dementsprechend Einbußen in Kauf nehmen. Denn etwa das extreme, von vielen Boulisten – besonders in Stahlballkreisen – praktizierte Hochportée hat hier nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn ein passendes Donné punktgenau getroffen wird.




